"Spiegel"

Die Aufstellung von Spiegelstelen erzeugt eine Art neuen »Layer« im Betrachtungshorizont des Besuchers und bricht so den abweisenden Grundeindruck der Sichtbetonaußenmauer. Durch die Spiegelung von Vegetation, Himmel, Autos und den Besuchern wird die Mauer optisch aufgelöst. Die Monotonie der Mauer wird durch die Lebendigkeit und Farbe der gespiegelten Motive überlagert. So entsteht jedenfalls virtuell eine gewisse Transparenz der undurchdringlichen Mauer, es wird ein Innen-Außenbezug zwischen der »Gefängniswelt« und der »Außenwelt« hergestellt. Der Besucher gewinnt den Eindruck, dass sich auch hinter den Gefängnismauern Leben abspielt, er kann durch die Mauer »hindurchsehen«. Die Abgeschlossenheit des Vollzugs wird somit in einem Teilbereich aufgebrochen, was zu Vermenschlichung der Situation führt